Iranische Künstlerinnen international
Mahnaz Esmaeili
Studierte Bühnenbild in Teheran, Spezialgebiet (Master-Abschluss) Animation.
Arbeitete ca. 10 Jahre als Bühnen- und Kostümbildnerin in Iran.
Zu ihren wichtigsten Werken gehört "Shadows", eine Videoanimation, die für das Tribeca Film Festival 2004 in New York ausgewählt wurde.
Lebt jetzt in Rom, wo sie den Bühnenbild-Kurs an der Accademia di Belle Arti besucht hat.
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Mehr Informationen zu Mahnaz Esmaeili auf dem Portal www.romamultietnica.it
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Einige ihrer Arbeiten, darunter Kurzfilme, Videoinstallationen, Bühnenbildentwürfe und Bilder sind auf www.mopstudio.com zu sehen
Asoo Khanmohammadi
Eine kleine Sensation verspricht die Fotografie-Ausstellung im Foyer des Badischen Landesmuseums. Weltweit zum ersten Mal werden hier Werke der 1980 geborenen Teheraner Künstlerin Asoo Khanmohammadi präsentiert.
Im Zentrum von zwei ästhetisch höchst anspruchsvollen s/w-Serien stehen Fragen nach der Bedeutung des Individuums und der Geschlechterrolle in der Islamischen Republik Iran. Brisante Bilder von Transsexuellen fangen Szenen einer Subkultur in Teheran ein, die keineswegs im Verborgenen blüht. Mitten auf der berühmten Prachtstraße „Vali-Asr“ nimmt sich Asoo Khanmohammadi der unliebsamen Außenseiter an. Die Momentaufnahmen zeugen von einer großen Sensibilität für menschliche Gesten und Handlungen. Mehr noch: Indem die Kamera das Bizarre und Surreale im öffentlichen Raum einfängt, erhält das verloren geglaubte Individuum im Iran unverhofft eine Stimme.
Die zweite Fotoserie beschäftigt sich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft heute. Bei den ausdrucksstarken Bildern handelt es sich um inszenierte Fotografie im privaten Raum. Verpackt in Luftpolsterfolie werden Kunst-Bräute in teils dramatischen Szenarien geschaffen. Eine raffinierte Lichtführung sorgt dafür, dass sie nie an erotischer Anziehung einbüßen. Die Frau demnach nichts anderes als ein kostbares Gut, das man vor sich selbst und anderen schützen muss?
Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-englischer Katalog. (Ausstellungseröffnung
Frei-Räume in Karlsruhe)
Feri Tabrisi
Die ausgestellten Werke der Künstlerin Feri Tabrisi sind Ausdruck der Annäherung und Verschmelzung von Kalligraphie und Malerei.
Verschiedene persische und arabische Schriftstile stehen im Mittelpunkt des Workshops mit der Künstlerin. Die TeilnehmerInnen lernen die Schönheit der kalligrafischen Linienführung kennen und versuchen sich selbst in dieser Kunst mit traditionellen Schreibinstrumenten.
Feri Tabrisi ist im Iran geboren und aufgewachsen. Sie studierte Kunst und physische Geographie und kam 1973 zur Promotion nach Deutschland. Sie hat schon als Kind mit dem Malen angefangen und bereits durch zahlreiche Ausstellungen im Iran, der Schweiz, in Deutschland und Japan auf ihre Kunst aufmerksam gemacht. Sie ist Mitarbeiterin der Museumspädagogik in Freiburg und lebt in Gundelfingen. (Text zur Ausstellung in Karlsruhe
Kalligrafie & Ornamentik)
Newsha Tavakolian
In den dokumentarischen Bildern der 27jährigen iranischen Fotojournalistin Newsha Tavakolian begegnen wir Frauen in privaten und öffentlichen Räumen - bei Festen, Hochzeiten, im Café, am Strand, bei politischen Kundgebungen, beim Karate oder auf dem Rummelplatz. Sie spiegeln das Paradoxe der heutigen iranischen Gesellschaft: das Zusammenleben von Tradition und Moderne. Die Fotografien zeigen schwarz verhüllte Mütter von Märtyrern und Sittenwächterinnen ebenso wie geschminkte junge Frauen in Abendkleidern oder begeisterte Zuschauerinnen eines Fußballspieles.
Zur Lage der Frauen in dem vom Wandel geprägten Land sagt die in Teheran lebende Fotografin: „Die Situation hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert. Dieser Fortschritt ging nicht von der Regierung aus, sondern von uns selbst.“ Ihre zufällig und natürlich wirkenden Fotos, als würde man im Vorbeigehen einen flüchtigen Blick auf eine Alltagsszene aus dem Leben iranischer Frauen werfen, bestätigen ihre Aussage.
Ausstellungen: u.a. „Made in Teheran. Sechs Frauenblicke“, Cicero-Galerie für politische Fotografie Berlin 2007. “Sisters in Chanel and Chador”, Decisive Moment Gallery Darlington 2008.
Veröffentlichungen in: u. a. The New York Times, Stern, Newsweek, Le Figaro, Time Magazine und National Geographic. (Text zur Ausstellung in Karlsruhe
Frauen im Iran)
Mamak Azarmgin
Mamak Azarmgin, geb. 1968, studierte in Teheran Design, Malerei, Fotografie und Angewandte Kunst. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der traditionsreichen Illumination (Tahzib), die im Iran seit jeher eine hohe Wertschätzung genießt. Einzelseiten des Korans, Liebeslieder, Versepen oder philosophische Meditationen berühmter iranischer Dichter wie Hafez, Ferdosi und Djami werden erst durch die filigrane Schönheit dieser Buchmalerei veranschaulicht. Als charakteristisches Element durchziehen Arabesken in funkelnden Naturfarben aus Gold und Silber, Lapislazuli und Malachit die Illumination und bilden so ein visuelles Gegenstück zur höchsten Kunstform des Islam, dem geschriebenen Wort. Einer Reise in die Welt der Mystik gleich, verwandelt die Kunst des „Tahzib“ denjenigen, der sich von ihr berühren lässt.
In den 1995-2007 entstandenen Arbeiten Mamak Azarmgins löst sich die Illumination aus der engen Bindung zum Buch, obgleich sie den Bezug zu diesem Medium nie ganz aufgibt. Von der Tönung des Papiers bis zur Herstellung der Farben beherrscht die Künstlerin die exquisite Kunst, deren Geheimnisse bis heute nur unvollkommen enträtselt sind. Wie kostbare Kleinodien faszinieren komplexe Ornamentkompositionen als Zeugen einer fernen Zeit und Welt. Durch den Pinselstrich der Künstlerin leben sie bis in die Gegenwart fort. (Text zur Ausstellung in Karlsruhe
Illuminationen)
Afsaneh Taebi
Seit Gründung der Islamischen Republik erlebt die Kalligrafie im Iran eine neue Blüte. Dafür steht das Werk der 1966 geborenen Malerin Afsaneh Taebi. Als Schülerin des Meisterkalligrafen Mohammad Mirzaee nahm Afsaneh Taebi an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. In Deutschland werden ihre Arbeiten zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Bilder, in denen sich ein Satz, Verb oder Wort in ausgewogenem Gleichklang der Buchstaben präsentiert. Bilder auch, die nach Sicht der Künstlerin beim Betrachter Wohlwollen, Glück und Liebe hervorrufen sollen. Das Ergebnis ist eine Komposition von Formen und Mustern, die schon ungeachtet ihrer inhaltlichen Bedeutung ästhetisch anspricht.(Text zur Ausstellung in Karlsruhe
Zeitgenössische Kalligrafie)
Parvaneh Hamidi
„Ich habe eine schräge Art von Humor. Das hat auch damit zu tun, dass ich aus einem schrägen Land komme, wo an Universitäten gebetet und in den Moscheen Politik gemacht wird.“
Seit fünf Jahren ist Parvaneh Hamidi bekannt für ihr scharfzüngiges politisches Kabarett, bei dem sie sowohl mit der islamischen als auch mit der westeuropäischen Gesellschaft hart ins Gericht geht. Als Provokationskünstlerin hat sie sich den Titel „Hexe des Irans“ erarbeitet und spricht schonungslos aus, was andere nicht anzusprechen wagen. Dem Publikum bleibt fast das Lachen im Halse stecken, wenn sie beispielsweise die Steinigung, die im Iran bei Ehebruch oder vorehelichem Geschlechtsverkehr droht, als ökologische Tötungsart thematisiert. Und zum Nachdenken fordert sie auf, wenn sie kritisiert, dass in Westeuropa Zwangsehen und Zwangsbeschneidungen immer noch als kulturelle Eigenheiten relativiert werden, statt sie als Straftaten zu verfolgen.
Parvaneh Hamidi wurde 1961 in Teheran geboren und revoltierte als 17-jährige gegen den Schah. Später wehrte sie sich als Theaterschauspielerin gegen den islamischen Terror, bis sie schließlich 1986 fliehen musste. Seit 1987 spielt sie auch in Deutschland Theater auf verschiedenen Bühnen bis sie 2003 das Kabarett als Ausdrucksform für sich entdeckte. Mittlerweile führen sie ihre Auftritte durch viele europäische Hauptstädte und zu Teilnahmen an verschiedensten internationalen Festivals. (Text zum Auftritt in Karlsruhe
Alles was Sie schon immer über Iran wissen wollten und nie…?)
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Biographische Notizen und der ein oder andere Artikel über iranische Künstlerinnen und ihre Projekte im Nafas Kunstmagazin:
Mandana Moghaddam
Shirin Neshat
Farkhondeh Shahroudi
Monir Farmanfarmaian
Parastou Forouhar
- Homepage
Simin Keramati
Mehraneh Atashi
Eingestellt von admin 04.08.2008 (19:48)
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